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Leseprobe
Buch XVII
Silber contra
Papierdruck - zur finanziellen Überlebensstrategie |
13. Wieder lautes Krachen im Gebälk der Weltwirtschaft?
Der finale Billionen-Dollar-Crash - Aus einem ganz normalen Börsenbrief, heute in der Post (4.10.2006) :
"Ich rate Ihnen dringend: bringen Sie Ihr Vermögen in Sicherheit. Die Börse befindet sich seit 2000 in einer langjährigen Abwärtsphase. Aktuell geben ALLE wichtigen Indikatoren Verkaufssignale! Die dilettantische Geldpolitik der US-Notenbank und das völlig außer Kontrolle geratene Billionen-Dollar-"Spiel" mit Derivaten werden zum Zusammenbruch des Weltfinanzsystems führen. Handeln Sie sofort!" (das heißt: geben Sie uns schnell Ihr Geld, weil Sie es sowieso verlieren) ......................................................
Warnzeichen Nr.1: Die US-Wirtschaft steht kurz vor einer Rezession. Dies beweisen immer mehr Konjunkturzahlen. In der Vergangenheit wurde jede Rezession von einer ausgeprägten Aktienbaisse begleitet, die ausnahmslos auch die europäischen Märkte erfaßte. Am verheerendsten auf die Wirtschaft in den USA wird sich das Platzen der Immobilienblase auswirken. Immobilienspekulation wurde Volkssport. Die Häuser wurden beliehen, die Kredite in den Konsum gesteckt. Dadurch bekam die Wirtschaft Anschub. Die wirtschaftliche Erholung in den letzten drei Jahren war eng mit den gestiegenen Immobilienpreisen gekoppelt. Gleichzeitig erreichten die Hypothekenkredite, die negative Sparquote und die Gesamtverschuldung in den USA ebenfalls neue Rekorde. Wenn die Immobilienblase platzt, zieht dies automatisch die gesamte Wirtschaft in den Abgrund.
Daß sich überhaupt solch eine Riesenblase im Immobilienmarkt bilden konnte, hat auch noch einen ganz anderen Grund: Seit einigen Jahren lagern Banken und Hypothekenfirmen ihr Kreditrisiko aus. Beispielsweise werden "mortgage backed securities" von Hypothekenfinanzierern wie Fannie Mae oder Ginnie Mac begeben. Sie bündeln eine Vielzahl von Immobilienkrediten zu einem Paket und verkaufen darauf basierende Anleihen. Es existieren aber auch weitaus komplexere Formen wie etwa "collateralized mortgage obligations", bei denen die zugrundeliegenden Hypotheken in Tranchen mit unterschiedlichen Risiken eingeteilt sind. Diese werden einzeln verkauft und bringen bei höherem Risiko unterschiedliche Erträge. Durch die Auslagerung des Kreditrisikos an Dritte - diese Wertpapierkategorie ist in den USA mittlerweile die wichtigste auf dem US-Anleihenmarkt - nehmen es die Banken mit der Überprüfung der Kreditwürdigkeit nicht mehr so genau. Im Gegenteil, die Banken offerieren immer dubiosere Hypothekenvarianten: Kredite ohne Einkommensnachweis; Kredite, bei denen keine Tilgungen verlangt werden, oder Kredite, bei denen sich der Kreditbetrag jeden Monat erhöht. Jetzt bricht das System mit munterer Kreditvergabe, immer weiter steigenden Immobilienpreisen und den damit verbundenen hohen Konsumausgaben zusammen:
- Höhere Preise, niedrigere Mieteinnahmen. Verhältnis- Hauspreis / Jahresmiete vor 11 Jahren 15, jetzt bei 21.
- Verkäufe gehen zurück bereits um 6,8%.
- Deutlich weniger Kaufinteressenten
Wenn die Immobilienblase platzt, droht die Katastrophe: Im vergangenen Jahr gingen 55% des Bruttoinlandprodukts auf Tätigkeiten zurück, die in Zusammenhang mit dem Immobilienboom stehen.
Warnzeichen Nr.2: Eine inverse Zinsstruktur - der präziseste Indikator für Rezession und Baisse. Wenn die kurzfristigen Zinsen höher als die langfristigen sind, nennt man dies eine inverse Zinsstruktur. Die Vergangenheit hat gezeigt: Wann immer die Zinsstruktur über mehrere Wochen invers war, reagierte die Börse mit einer Baisse und die Wirtschaft mit einer Rezession. Das heißt: man zahlt für kürzere Laufzeiten mehr Zinsen als für lange, obwohl das Risiko bei langen Laufzeiten grundsätzlich höher ist. Seit den 70er Jahren kam das nur viermal vor, und jedesmal stürzte die US-Wirtschaft in eine tiefe Krise.
Eine inverse Zinsstruktur entsteht entweder, wenn die Notenbank die kurzfristigen Zinsen durch Zinsanhebungen in die Höhe treibt, oder wenn Anleger eine Konjunkturschwäche befürchten und ihr Kapital vermehrt in langfristigere Zinspapiere stecken und damit die Renditen drücken. Eine neue Untersuchung der US-Notenbank Federal Reserve hat sogar ergeben, daß eine inverse Zinsstruktur der präziseste Einzelindikator für eine drohende Rezession ist. Die US-Wirtschaft kühlt bereits deutlich ab:
- Anstieg Bruttoinlandsprodukt im 2. Quartal um 2,5% nach 5,6% im ersten.
- Konsumklimaindex der Universität Michigan fiel stark seit Dezember
- Die lange Zeit rückläufige Arbeitslosenquote ist im Juli zum erstenmal wieder gestiegen von 4,6 auf 4,8%. Dieser Trend wird sich in den nächsten Monaten verschärfen.
Warnzeichen Nr.3: Die Angst vor Stagflation ist berechtigt - die tatsächliche Inflationsrate liegt bei ca. 8%! Die US-Inflationsrate steigt bereits seit Jahren, von 2,7% in 2004 auf 3,4% in 2005. Im Juni 2005 wurde mit 4,3% die kritische 4%-Marke überschritten. Aufgrund jahrelanger Manipulationen an den Inflationsstatistiken gibt die offizielle Inflationsrate in den USA aber nicht annähernd die tatsächliche Geldentwertung wieder. Dem Statistikexperten John Williams zufolge läge die Inflationsrate bis zu 4% höher, wenn man alle Manipulationen an der Statistik seit der Carter-Ära herausrechnen würde! Folglich liegt die tatsächliche, unmanipulierte Inflationsrate in den USA bereits bei rund 8%! Und eine Rezession gepaart mit hohen Inflationsraten ergibt die hoch gefürchtete Stagflation. Viele Anleger in den USA erinnern sich noch an die lange Stagflationsphase der 70er Jahre. Obwohl die Aktien 1982 auf dem gleichen Niveau geblieben waren wie 1966 - nominal betrachtet also seitwärts gelaufen waren -, kam es aufgrund der hohen Inflationsraten zu einem Kaufkraftverlust von rund 80%!
Warnzeichen Nr.4: Der Diskontsatzindikator gibt ebenfalls ein Verkaufssignal. Der US-Diskontsatzindikator ist bestechend einfach und gleichzeitig extrem treffsicher. Dieser Indikator gibt ausschließlich Verkaufssignale, und das äußerst selten. Seit 1915 gab er insgesamt nur acht Signale: im Januar 1920, August 1929, April 1969, Mai 1973, Oktober 1977, September 1987, Mai 2000 und Mai 2006. Der Indikator gibt ein Signal, sobald der Diskontsatz (= kurzfristiger Zinssatz, zu dem Banken sich bei der Zentralbank refinanzieren) von einem niedrigen Niveau kommend 6 Prozent erreicht. Dieser Indikator kündigte die beiden größten Aktiencrashs des vergangenen Jahrhunderts an, auch die beiden schlimmsten Baissen nach der Großen Depression - den Bärenmarkt von 1973/74 und von 2000 bis 2003.
Wer auf die drei weiteren Signale gehört hätte, hätte sich ebenfalls vor großen Verlusten schützen können: 1920 und 1969 kam es zu starken Kurseinbrüchen und 1977 kam es in den Folgejahren zu einer starken Inflation - obwohl die Kurse 1982 scheinbar auf dem gleichen Stand waren, betrug der reale Verlust über 40%! Ein Indikator also mit beängstigender Trefferquote. Das aktuelle Signal kam diesmal im Mai 2006.
Warnzeichen Nr.5: Der erstaunlich akkurate Präsidentenzyklus - neues Tief im Herbst. Die Aktienmärkte werden unter Druck kommen. Es handelt sich um den 4-Jahres-Zyklus, auch Präsidentenzyklus genannt. Wie man am langfristigen S&P 500-Chart erkennen kann, ist dieser Zyklus sehr genau. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es alle vier Jahre zu teils sehr heftigen Kurseinbrüchen. Die Erklärung: In den ersten beiden Jahren ihrer Amtszeit sind die Regierungen in den USA bereit, für die Wirtschaft unangenehme Maßnahmen durchzusetzen. In der zweiten Hälfte ihrer Amtszeit hingegen widmen sie sich ausschließlich dem Ziel der Wiederwahl und verteilen großzügig Wahlgeschenke. Sollte der Präsidentenzyklus auch diesmal recht behalten, dann kommt das nächste 4-Jahres-Tief diesen Herbst. Das wird auch für Deutschland gelten.
Warnzeichen Nr.6: Charttechnisch ist die Trendwende ebenfalls klar erkennbar: fallende Aktienkurse. Nachzuvollziehen am Philadelphia Housing Index 2003 bis 2006; am NASDAQ 100 Index 2003 bis 2006; beim Dow Jones, der eine gefährliche Doppel-Top-Formation ausgebildet hat. Auch Deutschland ist keine Insel - Einem starken Abwärtstrend an den amerikanischen Leitbörsen können sich DAX, MDAX und TechDAX nicht entziehen.
Neben dieser starken Korrelation des deutschen Aktienmarktes mit den amerikanischen Börsen spricht aber auch ein weiterer wichtiger Punkt für einen schmerzhaften Abschwung bei den deutschen Indizes: Ein hoher Stand des ifo-Geschäftsklima-Index ist der perfekte Kontraindikator für den DAX!
Für den ifo-Index werden monatlich rund 7.000 Unternehmen aus verschiedenen Branchen der deutschen Wirtschaft befragt. Die Unternehmen bewerten dabei sowohl ihre gegenwärtige Geschäftslage als auch ihre Erwartungen für die folgenden sechs Monate. Leider kann man diese Beurteilungen der Manager nicht für bare Münze nehmen. Sie tendieren dazu, positive wirtschaftliche Trends in die Zukunft fortzuschreiben. Erst wenn auch der Letzte gemerkt hat, daß die Wirtschaft abkühlt, fällt der ifo-Index - dann natürlich sofort mit Vollgas. In der Vergangenheit hat sich der ifo-Index als hervorragender Kontraindikator für den DAX erwiesen. Jedesmal, wenn die deutschen Manager richtig euphorisch wurden, ging es daraufhin an der Börse steil abwärts.
- Beispielsweise folgte nach der Wiedervereinigungseuphorie ab Mitte 1990 eine zweijährige Phase mit deutlichen Kursabschlägen beim DAX von bis zu 33%!
S. 104 - 107
Euro-Ängste nicht abgebaut
Immer noch viele Bedenken gegen die Einführung des Euro
Am 23. März war im ZDF die Sendung „Mordfall D-Mark" zu sehen. In Art einer Gerichtsverhandlung, moderiert von Michael Jungblut, der zugleich als Richter wirkte, wurden in reichlich oberflächlicher Weise Vorzüge und Nachteile des Übergangs von der D-Mark zum Euro abgehandelt.
Interessant war dabei eine Publikumsbefragung per Telefon, die eine überwältigende Mehrheit gegen den Euro ergab. 84% der anrufenden Bürgerinnen und Bürger waren gegen den Euro und nur 16% dafür. Auch nach der „Verhandlung", die im wesentlichen von Befürwortern der Umstellung auf den Euro gestaltet wurde, ergab die Kontrollbefragung ein nahezu gleiches Ergebnis: Es war den Befürwortern nur gelungen, 1% der Anrufer mehr für den Euro zu gewinnen. [1] Saldieren wir an dieser Stelle nochmals die sich ergebenden drei Systeme:
- Schwundgeldprinzip. Das haben wir eben uns nochmals vor Augen geführt und an den Brakteaten des Mittelalters mit den damit verbundenen Verrufungen einen allgemein hohen Lebensstandard feststellen können.
- Edelmetallprinzip. Sehen wir uns an, was Deutsch hierzu aussagt:
Gold hat im Goldstandard keinen Preis, sondern ist der Maßstab, und deshalb kann der »Goldpreis« auch nicht schwanken. Richtig müßte es also heißen, der Preis für einen Euro ist ein Gramm Gold, und damit ist der Maßstab unverrückbar definiert.
Ein Maßstab muß einmal festgelegt werden und darf sich dann nicht mehr ändern. Kein Mensch würde auf die Idee kommen, das Metermaß aus Gummiband herzustellen und seine Länge von Angebot und Nachfrage abhängig zu machen. Und genauso ist es mit dem Goldpreis im Goldstandard. Alle Preise dürfen und sollen sich in Gold verändern, nur das Goldgewicht nicht, das wird einmal unveränderlich festgeschrieben und ist dann der Maßstab, an dem alle anderen Werte gemessen werden. Es besteht dann auch kein Problem mehr, Dollar, Pfund oder Franc umzurechnen, weil sich alle auf ein Gewicht in Gold beziehen. Die Wechselkurse sind deshalb fest, weil es sich nur um unterschiedliche Gewichte desselben Materials handelt, nämlich Gold. Auf der ganzen Welt wird alles auf Gewicht in Gold bezogen. Genauso hat das auch immer funktioniert. Unser heutiges System der flexiblen Wechselkurse ist ziemlich unsinnig, darüber sind sich wohl die meisten Sachverständigen mittlerweile einig. Für einen langfristigen Wertvergleich gibt es heute eigentlich keinen Maßstab mehr. ……………… |