Leseprobe Buch II

 

"Die globale Wende - Der Raumenergie-Konverter und ein neues politisch-ökonomisches System des  21. Jahrhunderts"

III. / 2.6 Zur Funktion des Geldes
Gemeinhin glaubt man, das Geld sei 650 v.Chr. in Kleinasien entstanden, mit dem damaligen Prägen erster Münzen. In Wahrheit ist Geld jedoch bereits vor Urzeiten benutzt worden. So wurden Münzen in einem Steinbruch bei Aixen-Povence in den Jahren 1786-1788 in 15 m Tiefe unter 11 massiven Kalksteinschichten gefunden, deren Alter entsprechend dieser geologischen Formation so in Millionen von Jahren anzusetzen ist.
Weitere Funde sind aus Chute Forest bei Stonehenge, England, und aus Westerham in Kent bekannt, wo man im Jahre 1931 Münzen in Feuersteinblöcken eingeschlossen entdeckte! Auch diese Münzen müssen deshalb Millionen von Jahren alt sein. Da unsere jetzige Zivilisation keineswegs nach Millionen von Jahren zählt - dann wäre unser jetziger Entwicklungsstand, über den wir uns hier unterhalten, besonders erschreckend - hat es offensichtlich zuvor bereits mehrere andere Zivilisationen gegeben, die vermutlich durch planetare Katastrophen untergegangen sind. Also haben wir besser zu sagen, daß das Geld in unserer jetzigen Zivilisation 650 v.Chr. nochmals und neu erfunden worden ist.

Damit wollte man den Wirtschaftsverkehr erleichtern, indem mit Hilfe des Geldes der zweiseitige Akt des Naturaltausches in zwei einseitige und voneinander unabhängige Akte - des Kaufes und des Verkaufes - zerlegt wurde. Die Geldstücke waren so eine Zwischentauschware, die - im Gegensatz zu den Gütern - nicht verderben konnte und so auch als Aufbewahrung von Werten vorteilhaft war.
Ursprünglich verkörperten diese oft aus Gold bestehenden Münzen ihren Wert in Form des Metallwertes. Das konnte bei der Bezahlung größerer Beträge ein stattliches Gewicht bedeuten, das man mit sich zu herumzuschleppen hatte und dazu noch auffällig und so nicht ungefährlich war.


In der Mitte des 18.Jahrhunderts ging man dann deshalb dazu über, Papiergeld auszugeben, dessen Wertäquivalent in Gold vorhanden war und bei Wunsch in dieses eingelöst werden konnte. Da das aber bedeutete, daß nur soviel Papiergeld in Umlauf kam, wie Gold vorhanden und die Goldvorräte entsprechend der begrenzten Fördermöglichkeiten nicht beliebig erhöht werden konnten, erwies sich die Golddeckung in unserem Jahrhundert dann als wirtschaftliches Hemmnis. So wurde sodann nur noch eine teilweise Golddeckung gewährleistet und diese schließlich durch die USA zu Beginn der 70iger Jahre völlig aufgegeben. Damit spielten die vorhandenen Goldvorräte für die Kaufkraft des Papiergeldes keine Rolle mehr, da - um mit Helmut Creutz zu sprechen "diese allein von der Relation der Menge des nachfragenden Geldes zu jener der Güter und Leistungen abhängt, die auf den Märkten angeboten werden."
Unsere jährlichen Inflationsraten kämen so dadurch zustande, daß dieses Verhältnis von nachfragendem Geld zu den angebotenen Gütern und Leistungen nicht mehr stimmt, also zuviel Geld in Umlauf kommt. Und das ist tatsächlich der Fall und läßt sich beweisen.

Als Größe des auf dem Markt abzusetzenden Warenangebotes dürfen wir das bereits erwähnte Bruttosozialprodukt (BSP) ansehen. Vergleichen wir nun die Entwicklung dieser Größe mit der in Umlauf gegebenen Geldmenge, so hat sich die Geldmenge von 1950 zu Ende 1990 von 8 Milliarden auf 159 Milliarden erhöht. Bei einer inflationslosen Entwicklung würde das eine Steigerung des BSP um das 20fache bedeuten - es ist jedoch in diesem Zeitraum nur auf das 5,4fache gestiegen! Es war 1990 also vier mal mehr Geld in Umlauf als das Angebot des Marktes ausmacht! Und in einem solchen Falle steigen die Preise entsprechend, bis zwischen in Umlauf gegebenem Geld und dem Marktangebot wieder eine Balance eingetreten ist. So zeigt diese Differenz uns die Dimension der stattgefundenen Inflation: die DM von 1950 ist heute nicht einmal mehr 30 Pfennig wert!

Doch nicht nur die Geldmenge ist hierbei entscheidend, sondern auch, wievielmal das Geld umschlägt, d.h. tatsächlich in seiner Hauptfunktion als Zahlungsmittel Verwendung findet, also z.B. ein Hundertmarkschein jährlich zirkuliert. Erfolgt diese Zirkulation zu langsam, entstehen Zahlungsschwierigkeiten und muß die Geldmenge erhöht werden. Sie wäre allerdings entsprechend ebenfalls durch Entzug von Geld aus dem Umlauf wieder zu vermindern, was offenbar nicht ausreichend erfolgt ist.

Doch diese Zirkulationsfrage beinhaltet offenbar auch noch nicht die tiefere Ursache unserer krisenhaften Gesamtentwicklung. Was ist eigentlich mit dem auf recht geheimnisvolle Weise entstehenden Zinsen, daß man, wenn man Geld hat, ohne irgend etwas dazu zu tun, noch zusätzliches erhält? Geht denn das mit rechten Dingen zu? Man könnte fast den Gesamteindruck gewinnen, daß sich das Geld in irgendeiner mystischen Weise von selbst vermehrt. Und damit scheinen wir endlich auf das zentrale und eigentliche Problem gestoßen zu sein, und es wird Zeit, daß wir uns nun eingehend mit dem Zins und seinen Auswirkungen befassen.


2.7 Zu den unglaublichen Wirkungen des Zinses
"Wer Zins nimmt, lebt auf Kosten der Arbeit anderer, ohne ihnen für diese Arbeit irgendeine Gegenleistung zu geben."
Johannes Ude, Graz (1874-1965)

"Was ist für ein Unterschied, durch Einbruch in Besitz fremden Gutes zu kommen; auf heimliche Weise und durch Mord als Wegelagerer, indem man sich selbst zum Herrn des Besitzes jenes Menschen macht; oder ob man durch Zwang, der in Zinsen liegt, das in Besitz nimmt, was einem nicht gehört?"
Gregor von Nissa (334-394 n.Chr.)

Wenn Sie Ihr Geld auf der Bank anlegen, dann ist es selbstverständlich, daß Sie dafür Zinsen erwarten. Stellen wir die ungewöhnliche, doch eigentlich recht naheliegende Frage: was tun Sie selbst hierfür in dieser Zeit? Nichts! Sie freuen sich nur an jedem Monatsende, wenn der Betrag wieder etwas zugenommen hat.
Ja, wie können Sie denn dann zusätzliches Geld erhalten, ohne irgend etwas hierfür zu leisten? Wir leben doch - wie man uns ständig sagt - in einer Leistungsgesellschaft!
Hier könnten Sie auf ein Schlagwort der Banken verweisen - man solle das Geld für sich arbeiten lassen. Wieder eine ungewöhnliche Frage - wie arbeitet das Geld denn konkret, steht es denn z.B. an der Werkbank und stellt Erzeugnisse her? Nein, das sind natürlich andere Menschen, die in einem solchen Betrieb beschäftigt sind.
So die nächste Frage: also lassen Sie andere Menschen für sich selbst arbeiten, ohne etwas selbst dazu zu tun!? Ist das nicht pure Ausbeutung anderer?
Ich höre nun einige von Ihnen murren. Ich kann verstehen, daß Ihnen diese Betrachtungsweise nicht gefällt, wenn ich Ihnen Ihre Zinsen madig mache. Aber es geht dabei nicht vorrangig um Sie, mit vielleicht nur einigen tausend Mark auf der Hohen Kante, sondern um die großen Hechte im Karpfenteich.

Nehmen wir einen Millionär, einen "ärmeren", mit nur einer Million. Wenn er sein Geld verzinst erhält, also "für sich arbeiten läßt", sagen wir monatlich zu 6% - die Zinssätze steigen ja mit höheren Einlagen - dann hätte er im Folgejahr 60 000 DM mehr auf dem Konto. 2 Jahre später wären es jedoch nicht 120 000 DM mehr, da sich doch nun auch die Zinsen mit verzinsen, sondern 123 600 DM, nach 3 Jahren 187 416 DM mehr, bis er nach 10 Jahren statt 600 000 DM insgesamt 634 422 DM Zinsen zusätzlich auf seinem Konto hat! Sie sehen, daß durch die Zinseszinsen aus 600 000 DM Zinsen allein weitere 34 422 DM Zinseszinsen entstehen. Das sieht noch nicht so sehr beunruhigend aus.
Doch wenn wir dieses Beispiel auf einen mittleren Milliardär mit 10 Milliarden angelegtem Vermögen beziehen, würde ihm ein einziger Monat anteilig bereits 50 weitere Millionen bringen und diese Zinssumme zum Jahresende auf über eine halbe weitere Milliarde angeschwollen sein! Bei nur wenigen Tausendern von Ihnen sind das nur kleine Beträge, aber sobald wir uns in die höheren Regionen begeben...
Und auch die erlangten Zinseszinsen sehen auf einmal ganz anders aus: es ergibt sich bei diesem Milliardeneinsatz nach 10 Jahren statt eines zusätzlichen Zinsbetrages von "nur" 6 Milliarden mehr, noch ein Zinseszinsbetrag von fast 34,5 Millionen.
Und diese Dimensionen lassen sich belegen: In Deutschland existieren z.Z. 82 Milliardärsfamilien!

Es soll einmal ein vielfacher Millionär gefragt worden sein, was denn der schwierigste Schritt beim Aufbau seines großen Vermögens gewesen sei. Er antwortete wahrheitsgemäß: die erste Million!