Leseprobe

 

"Eine abenteuerliche Heirat nach den Philippinen"

III. Auf nach den Philippinen!
1. Die Erwartungen des Europäers
Der Grund, sich für eine philippinische Partnerin zu interessieren, wird verschiedenartig sein. Es könnte die Absicht bestehen, Europa mit seinem kühlen Klima zu verlassen und nach den Tropen umzusiedeln, das ist bei den Philippinen in der Regel nur durch Heirat möglich. Aber es kann auch sein, daß man sich durch eine Partnerin mit dunklerer Hautfarbe besonders angezogen fühlt. Für mich war jedoch von besonderer Bedeutung, daß die Philippina im Rufe steht, besonders familienbewußt zu sein, eine Eigenschaft, die in Europa mit seinen auf Emanzipation und Selbstverwirklichung ausgerichteten Frauen kaum noch anzutreffen ist - wenn ich von meinen eigenen, negativen Erfahrungen ausgehen darf.
Doch das wäre zu einseitig gesehen, denn ernste Probleme können nun hingegen an ganz anderer Stelle auftreten - da die Philippina sich primär stets ihrer elterlichen Familie verpflichtet fühlt, vermag dies zu großen Spannungen innerhalb der Partnerschaft zu führen, von anderen mentalen und zu uns stark differierenden Eigenschaften jetzt abgesehen. Hierüber wird noch ausführlicher zu sprechen sein.

Die Absicht, sich auf den Philippinen durch Heirat niederzulassen, kann auch materiell begründet sein - man ist in der Lage auf den Philippinen mit einem Bruchteil des Geldes leben, den man z.B. in Deutschland benötigen würde - wobei man allerdings auf vieles verzichten muß - und man gilt dort noch zudem als reicher Mann.

2. Die Erwartungen der Philippina
Die Philippina setzt in eine Heirat mit einem Europäer ganz andere Hoffnungen - in der Regel versucht sie hiermit der Armut der eigenen Verhältnisse zu entfliehen und das Land zu verlassen. Dabei spielt das Alter des Partners für sie zumeist nur eine untergeordnete Rolle.
So wurde einem Bekannten, der mich besuchte und bereits die 60 überschritten hat, von einer Familie die dortige Tochter zur Heirat angeboten - sie sei doch schon 18 Jahre alt! Also spekulierten die Eltern offenbar darauf, durch eine solche Verbindung mittelbar auch ihre eigene materielle Situation zu verbessern.
Da die Philippina auch in einer Ehe dazu neigt, ihrer elterlichen Familie höhere Priorität einzuräumen, stellt eine solche mehr materielle Ausrichtung der Interessen (statt primär innerlicher Zuneigung) natürlich eine große Gefahr für den Bestand einer künftigen Ehe dar. Es sollte deshalb unbedingt zuvor geklärt und eindeutig festgelegt werden, und das möglichst in schriftlicher Form, ob und inwieweit man bereit ist, die elterliche Familie künftig zu unterstützen, da dieser Punkt sonst später zu ernsten Differenzen führen kann. Schriftlich deshalb, da leider gemeinhin auf Absprachen kein ausreichender Verlaß ist.

Ich habe selbst recht unerfreuliche Fälle vernehmen müssen. Wie noch zu berichten sein wird, kam ich durch eine vorsätzlich falsche und anonyme Anschuldigung für 10 Tage in Untersuchungshaft nach Manila, in der ich ausschließlich auf Ausländer traf. Diese waren zumeist wegen Fristüberschreitung ihres Visums mit der Anschuldigung illegalen Aufenthalts verhaftet worden. Und hier erfuhr ich von einigen Leidensgenossen, daß sie durch ihre philippinischen Ehepartnerinnen angezeigt worden waren. Diese hatten durch die Ehe nun erreicht, was sie sich erhofften: waren so zu Grundstück und Haus gekommen und versuchten offenbar auf diese Weise, den nun überflüssig gewordenen Ehepartner loszuwerden.
Das ist natürlich keinesfalls die Regel, wie es sich allein an meinem Beispiel zeigt, und in diesen Fällen dürfte ohnehin eine von vornherein gestörte Ehe vorgelegen haben. Immer wieder hörte ich als Begründung Mentalitätsprobleme nennen. Dies zeigt, wie vorsichtig man eine sich entwickelnde feste Beziehung im Entstehen bewerten sollte.

In jedem Falle wird die philippinische Partnerin einen Kindersegen wünschen, der sich naturgemäß an philippinischen Maßstäben orientiert - was vier Kinder oder mehr bedeuten kann. Auch diese Frage sollte zuvor behutsam besprochen werden, mit einer Eingrenzung auf europäische Dimensionen.
Ist der so gemeinsam vereinbarte Nachwuchs eingetreten, sollte man in die regelmäßige Befolgung dann notwendiger Verhütungsmaßnahmen - wie den Gebrauch der Pille durch die Partnerin - kein großes Vertrauen setzen, da fast alle Dinge des täglichen Lebens äußerst lax gehandhabt werden. Hier bietet nur eine Sterilisation eine völlige Sicherheit, die in jedem Falle vorteilhafter ist, schon im Hinblick auf die Gesundheit der Partnerin1, und bei Wunsch gleich in Verbindung mit der letzten Geburt durchgeführt wird. Und eine Sterilisierung ist auf den Philippinen eine durchaus gebräuchliche Maßnahme.

3. Probleme um die Eheschließung
Bei der Suche nach einer philippinischen Partnerin ist eine Besonderheit zu beachten: die philippinischen Institutionen werten in ihrem Land erfolgende Vermittlungsaktivitäten als Rechtsverstoß und ahnden diese entsprechend. Dennoch finden deutsche Vermittlungsinstitute Mittel und Wege und bieten ihre Dienste an. Wegen dieser Schwierigkeiten kann eine Inanspruchnahme recht teuer sein. Dennoch dürfte dies die einfachste und bequemste Methode darstellen, um einen solchen Kontakt zu erhalten. Deshalb an dieser Stelle eine dringliche Warnung: sollten Sie daraufhin später auf den Philippinen Ihren Wohnsitz nehmen - lassen Sie sich nie auf irgendwelche Angebote ein, für solche Institute auf den Philippinen tätig zu werden!

Doch dann ergibt sich eine weitere Schwierigkeit: man kann nun nicht einfach eine solche Dame seiner Wahl zu einem Besuch einladen und das Flugticket bezahlen - Einreisen nach Deutschland werden durch die Deutsche Botschaft in Manila recht restriktiv gehandhabt, da man eine ausufernde Zuwanderung verhindern und sich einer Rückkehr in das Heimatland möglichst sicher sein will. Dies kann durch einen Nachweis von philippinischem Grundbesitz der Partnerin erfüllt werden. Doch das dürfte nur in den seltensten Fällen gegeben sein.
So empfiehlt es sich, selbst nach den Philippinen zu reisen, was zudem den Vorteil hat, sich verschiedene Partnerinnen ansehen und die Lebensumstände wie das heimatliche Umfeld kennenlernen zu können.

Die andere Möglichkeit - es gibt in Deutschland auch Partnerservice auf der Basis von Katalogen, die man für einen geringen Betrag per Post bestellen kann. Darin finden Sie ein kleines Bildchen und kurze persönliche Angaben, auf deren Basis Sie dann selbst einen brieflichen ersten Kontakt herstellen können.

Und als stets letzter Weg - sich einfach für den bevorstehenden Urlaub für Manila zu entscheiden, dort in ein Hotel einzumieten (Anschriften erhält man sicher über ein deutsches Reisebüro) und sich selbst einige Wochen umzusehen.
Die Chancen für eine solche eigene Kontaktaufnahme sind territorial recht verschieden - es gibt Regionen, wo dies sich mentalitätsbedingt als recht schwierig erweist, wie z.B. um Tacloban; Manila und Cebu dagegen sind mehr weltoffen und da dürften sich bald entsprechende Kontakte ergeben.

Eine Eheschließung ist von den Formalitäten her normalerweise recht aufwendig, ganz gleich, ob in Deutschland oder im Gastland geheiratet werden soll, Sie benötigen hierzu in jedem Falle ein "Heiratsfähigkeitszeugnis"2, das von Ihrem deutschen Standesamt bestätigt sein muß. Hiermit soll sichergestellt werden, daß die Sie nicht etwa bereits bzw. noch verheiratet sind.
Auch für die Braut gibt es bürokratische Voraussetzungen: ihre sonst vorbehaltlos geltende Geburtsurkunde ist plötzlich nicht mehr ausreichend und muß nun auf dem Hauptstandesamt in Manila auf Dokumentenpapier ausgefertigt werden. Falls Ihre Dame nicht selbst in Manila lebt und das erledigen kann, übernimmt dies ein philippinisches Reisebüro auch als Dienstleistung, für einen Betrag von 400 P (Stand 1999). Auf jeden Fall sollten Sie sich jedoch an die Deutsche Botschaft in Manila wenden und ein Merkblatt übersenden lassen, das Ihnen alle diese Schritte erläutert:
Deutsche Botschaft, POBox 2190 MCPO, 1261 Makati, Manila, Philippinen.
Des weiteren müßte die Partnerin sich unbedingt einen Reisepaß ausstellen lassen. Für die entstehenden Kosten, die bei der bestehenden Armut ein Problem sein können, wäre es gut, einen angemessenen, reichlichen Betrag von 200 - 300 DM zu überweisen. Da ein Philippino normalerweise kein Bankkonto besitzt, läßt sich hierfür der Western Western Union - Service in Anspruch nehmen.

Dies alles läßt sich umgehen, wenn man in einem Drittland heiratet, in dem die Formalitäten wesentlich einfacher sind, denn Deutschland wie die Philippinen erkennen jede Eheschließung an, die in einem anderen Land entsprechend den dort gegebenen Vorschriften geschlossen worden ist.
Auch ich bin diesen Weg gegangen und wir heirateten eben noch schnell in Hong Kong, kurz bevor es an China überging. Hierfür prüften wir damals noch zwei andere Möglichkeiten, die sich gleichfalls anboten - Dänemark und Las Vegas/USA.
Die dänischen Vorschriften waren relativ einfach, erfordern jedoch eine vorherige Antragstellung, deren Bedingungen man über eine dänische Botschaft erfährt.
In Las Vegas kann man bei einem Sheriff heiraten, nur auf der Basis des vorgelegten Reisepasses, verbunden mit einer eidesstattlichen Erklärung, daß man nicht bereits rechtlich gebunden ist (Stand 1997).3
Dies bedingt aber, daß die Partnerin ein Einreisevisum in das betreffende Land erhält, das im Falle Deutschland von ihr bei der Deutschen Botschaft in Manila beantragt werden muß. Auch hierzu sollten Sie zuvor von dort ein Merkblatt und erforderliche Formblätter anfordern, da Sie eine formelle Einladung ausstellen müssen, die wohl seitens der Behörden Ihres Wohnsitzes bestätigt werden muß. Ihre Partnerin müßte unbedingt als Grund der Reise "Eheschließung in Deutschland" angeben.